User Story Mapping

User Story Mapping (EN)

We will introduce you to the advantages and functionality of User Story Mapping: A technique that is used to visualize requirements and is very popular in the agile world. But what other fields of application does User Story Mapping have and how are User Story Maps created and digitalized?

User Story Mapping

User Story Mapping

Wir stellen Dir die Vorteile und Funktionalität von User Story Mapping vor: Einer Technik, die zur Visualisierung von Anforderungen genutzt wird und die in der agilen Welt großen Anklang findet. Doch welche weiteren Anwendungsfelder hat User Story Mapping und wie werden User Story Maps erstellt und digitalisiert?

agilie prinzipien

Die agilen Prinzipien in der Praxis

Das agile Manifest wurde 2001 von 17 erfahrenen Softwareentwicklern formuliert und resultierte aus dem Bedürfnis zeitnah und greifbar den Kundenwünschen entsprechende Lösungen zu liefern. Um in der digitalen Wirtschaft erfolgreich zu sein, ist eine Anpassung der Arbeits- und Verhaltensweise an ein dynamisches Umfeld von großer Bedeutung.

Let Superheroes Improve Team Effectiveness

A guide to a Scrum Retrospective that is meant to improve team effectiveness by fostering psychological safety using a teams superpowers.

remote arbeiten

Remote und agil Arbeiten: Best Practices für die Homeoffice Zeit

Autoren: Jana Katherina Piller, Marcel Feige und Victoria Lorenz

Inhaltsverzeichnis

  1. Remote arbeiten war niemals wichtiger
  2. Egal ob Scrum, Kanban oder SAFe: Das sollten Sie bei remote Meetings immer beachten
  3. Unser Fazit: Remote Arbeiten

Remote arbeiten war niemals wichtiger

In Zeiten, in denen ganz Deutschland im Homeoffice arbeitet, ist das Thema “Remote Work” so populär wie nie. Doch schon vor der Krise hat sich ortsunabhängiges Arbeiten zum Trendthema der Zukunft entwickelt. Meetings mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern werden virtuell über Video- und Telefonkonferenzen abgehalten, Arbeitsaufgaben werden komplett online erledigt und der Arbeitsort kann flexibel gewählt werden. Remote arbeiten birgt somit viele Potentiale.

Doch je mehr Teilnehmer sich in einem virtuellen Meetingraum befinden, desto komplexer und aufwendiger wird die Organisation. Aus diesem Grund sind die Basics für remote Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung, wenn es um skaliert agiles Arbeiten geht.

Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Tipps und Tools für effektive remote Meetings!

Egal ob Scrum, Kanban oder SAFe: Das sollten Sie bei remote Meetings immer beachten

Häufig merken wir, dass es an der ein oder anderen Stelle Verzögerungen oder Störungen gibt, wenn ein Meeting remote stattfindet. Um die Effizienz der Interaktion zu maximieren, ist es wichtig, dass jeder Teilnehmer grundlegende Regeln beachtet und gut vorbereitet ist.

6 grundlegende Tipps für eine effektive remote Zusammenarbeit:


Pünktlich sein: Am besten einige Minuten früher in die Meetings kommen, damit genügend Zeit ist, um sich einzurichten

Remote arbeiten Vorbereitung
Vor dem Start sicherstellen, dass keine technischen Schwierigkeiten bestehen

remote arbeiten Kamera an
Kamera einschalten (wenn technisch möglich), um die Zusammenarbeit und das Teamgefühl zu verbessern 

remote arbeiten Aufmerksamkeit
Aufmerksam sein: So sorgen Sie für ein produktives Meeting und vermitteln gegenseitigen Respekt

Remote arbeiten Mikro aus
Das Mikrofon auf Stumm schalten, wenn nicht geredet wird, um Hintergrundgeräusche zu vermeiden

remote arbeiten Pausen
Feste Pausen einplanen: Als Maßgabe gilt, alle 1,5 Stunden eine Pause von mindestens 15 Minuten zu integrieren

Darüber hinaus sind die richtige Vorbereitung und Organisation des Meetings von großer Bedeutung. Doch was genau ist dabei zu beachten?

Best Practices für die Vorbereitung & Organisation

Remote arbeiten war noch nie so wichtig. Besonders jetzt wird bei remote Meetings eine strukturierte Agenda benötogt.

Der Moderator des Online Meetings ist für eine strukturierte Abfolge zuständig. Um dies sicherzustellen, ist eine Agenda zu definieren. Dabei sollte der Moderator auf ein realistisches Timeboxing achten, Fokuspunkte für verschiedene Themen setzen und eingeplante Pausen sichtbar machen.

Schon in der Vorbereitungsphase ist es wichtig, den Ablauf und den Status Quo transparent abzubilden, damit auch Meeting-Teilnehmer sich entsprechend vorbereiten können und über deren Rolle im Meeting Bescheid wissen.

Bei größeren Meetings mit verschiedenen Teams ist es außerdem ratsam, einen Testlauf durchzuführen und einen Facilitator zu benennen, der sich mit den genutzten Tools auskennt. In diesem Schritt sollte auch sichergestellt werden, dass alle Mitglieder Zugriff auf die Tools haben und damit vertraut sind. Ist dies nicht der Fall, kann im Voraus eine kurze individuelle Einführung gemacht werden. Doch welche Tools können für die Kommunikation genutzt werden?

Die besten Tools für Ihre Kommunikation

Meist nutzt Ihr Unternehmen schon ein Tool für die interne und externe Kommunikation und Kollaboration (z.B. Skype for Business oder WebEx). Statt sich eine neue (häufig kostspielige) Konferenz- und Chat-Software anzuschaffen, sollte sich mit der Effizienz und Funktionalität der vorhandenen Tools auseinandergesetzt werden. Hat das Tool noch nicht alle benötigten Funktionen, können je nach individuellem Bedarf weitere Tools eingesetzt werden. Gerne stehen wir hierfür beratend zur Seite.

Ist die Vorbereitung abgeschlossen, können sich die Teilnehmer nun auf das bevorstehende Meeting freuen – denn sie wissen genau, was sie erwartet. Aber was gibt es während des Meetings zu beachten?

Best Practices für den Verlauf des remote Meetings

Um ein angenehmes Arbeitsklima zu erzeugen, sollte der Moderator die ersten Minuten des Meetings für Smalltalk einplanen. Dies gibt den Teilnehmern die Möglichkeit sich einzufinden und zu sortieren.

Sobald sich alle Teilnehmer im virtuellen Meetingraum befinden, kann das Meeting starten: Als Einstieg sollte der Moderator die Agenda kurz erläutern, sowie Zielsetzung und gewünschte Ergebnisse darlegen. Um das Timeboxing einzuhalten, helfen Tools mit Online Timer (z.B. Cuckoo).

Erfolgskriterien und Tools für ein produktives remote Meeting

Kamera an und Bildschirm teilen
Präsentiert ein Teilnehmer seine Arbeitsergebnisse, sollte dieser seinen Bildschirm teilen und die Kamera anschalten. So können die anderen Teilnehmer dem Präsentator besser folgen, sowie Gestik und Mimik nachvollziehen.

Fragerunde
Sind bestimmte Punkte unklar oder kommen während einer Präsentation Fragen auf, sollten diese im Chat oder am Ende der Präsentation gestellt werden. Vermeiden Sie Unterbrechungen, während ein Meeting-Mitglied seine Ergebnisse präsentiert.

Protokolle
Bei Retrospektiven moderiert und protokolliert der Moderator das Feedback und die Verbesserungsvorschläge des Teams. Hierfür gibt es verschiedene Tools, die insbesondere bei virtuellen Meetings eine große Hilfe sind (z.B. mentimeter, surveymonkey oder funretro).

Verbesserungsmaßnahmen
Alle im Meeting getroffenen Verbesserungsmaßnahmen und Entscheidungen sollten online dokumentiert und für alle Betroffenen per Link verfügbar gemacht werden. Dadurch werden Ergebnisse und nächste Schritte jederzeit sichtbar und nachvollziehbar.

Doch wie funktioniert eine Online-Dokumentation von Arbeitsergebnissen?

Reibungslose Dokumentation für Remote Meetings

Auch hierfür gibt es spezielle Tools, die Ihnen die Arbeit erleichtert und einer übersichtlichen und strukturierten Dokumentation von Arbeitsschritten und -ergebnissen dient. Hier ein kleiner Auszug gängiger Tools:

Unser Fazit: Remote Arbeiten

Ob Sie PI Plannings organisieren, Workshops durchführen oder Sprint-Meetings planen – bei einer remote Durchführung ist eine disziplinierte und organisierte Zusammenarbeit gefragt.

Es ist allerdings ganz normal, falls die ersten virtuellen Meetings noch nicht reibungslos verlaufen. Wenn Sie jedoch die grundlegenden Regeln befolgen, sich gut vorbereiten und die vorgestellten Tools zur Hilfe nehmen, werden Sie schnell einen gemeinsamen Erfolg feiern!

Bei Fragen zur Anwendung der passenden Tools oder allgemein zur remote Zusammenarbeit, kontaktieren Sie uns gerne!

Titelbild: © fizkes – stock.adobe.com
Blogfoto: © Konstantin Yuganov – Fotolia

Quellen: 
https://www.collaborationsuperpowers.com/covid19/
Best practices to run a successful distributed PI Planning Event! By Fayette Bosch und Anneleen Doornebal (BlinkLane Consulting 2020)
Remote Agile Events at Scale by Michael Küsters (2020)
https://www.scaledagileframework.com/distributed-pi-planning/

Agiles Mindset

Agiles Mindset: Die Grundlage einer agilen Arbeitsweise

Inhalte dieser Seite

DIE EINFLÜSSE DER DIGITALISIERUNG AUF IHR UNTERNEHMEN

Unsere Welt wird immer schnelllebiger, digitaler und komplexer. Um heutzutage und in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und am Markt zu bestehen, ist ein Umdenken notwendig: Statt starrer Strukturen und langfristiger Vorausplanung gewinnt eine flexible und schnelle Anpassung an Anforderungsänderungen an Bedeutung.

Um als Unternehmen die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern, ist eine schrittweise Veränderung in Richtung einer agilen Denk- und Arbeitsweise essenziell. Die Verankerung dieser Denkweise, des sogenannten „agilen Mindsets“ im gesamten Unternehmen, bildet die Grundlage für eine agile Transformation. Doch was bedeutet agiles Mindset überhaupt?

DIE DEFINITION DES AGILEN MINDSETS

Agilität steht für Beweglichkeit und das Mindset definiert die Einstellung des Denkens. Folglich kann ein Mensch, welcher ein agiles Mindset entwickelt hat, flexibel und schnell handeln und somit besser im Moment agieren, neueste Informationen evaluieren, diese ständig aktualisieren und in seine Entscheidungen mit einbeziehen. Besonders in einer digitalen Welt sind dies die Grundpfeiler für ein erfolgreiches Wirtschaften.

Doch wie kann man ein agiles Mindset entwickeln? Um dies zu verstehen, stellen wir Ihnen die agilen Werte vor – abgeleitet aus dem Agile Manifesto.

DIE VIER WERTE DES AGILEN MINDSETS

Entwickeln Sie das richtige Mindset

Die Basis für die vier Werte des agilen Mindsets bildet die richtige Einstellung. Wir bei SEVEN PRINCIPLES verstehen darunter Werte wie Mut, Offenheit, Selbstverantwortung und Menschenfokussierung. Erst wenn die vier Werte in der Unternehmenskultur verankert sind, können agile Prinzipien und Praktiken erfolgreich angewendet werden. Mit diesen vier Werten realisiert Ihr Unternehmen ein agiles Mindset:

1. Individuen und Interaktion stehen über Prozessen und Tools

Der Fokus dieses Leitsatzes liegt auf der direkten Kommunikation mit dem Kunden und zwischen den Teammitgliedern. Dabei geht es um den gemeinsamen -Zusammenarbeits- und regelmäßigen Reflexionsprozess. 

Das Team ist dafür verantwortlich, dass alle Fragen, Vorschläge und Ideen des Kunden beantwortet bzw. einbezogen werden. Der direkte Austausch im Team ist aufgrund der hohen Dynamik der Märkte und der stetig ändernden Kundenanforderungen wichtiger als ausgereifte und detaillierte Prozesse.

Dies steigert langfristig nicht nur die Produktivität, sondern sorgt auch für eine höhere Mitarbeitermotivation durch das WIR-Gefühl im Team. Doch wie wirkt sich das agile Mindset auf Ihre Dokumentation aus?

2. Funktionierende Software/Produkte stehen über umfangreicher Dokumentation

Diese Wertvorstellung des agilen Mindsets bedeutet nicht, dass die Dokumentation abgeschafft werden soll. Vielmehr sollte diese auf das Notwendigste reduziert werden. Die Qualität und Zufriedenstellung der Kunden sind demnach wichtiger als eine detaillierte Dokumentation des Projektes. Der Fokus liegt dabei auf einer kontinuierlichen Lieferung von Ergebnissen und schnellen, flexiblen Entscheidungswegen.

Das agile Mindset wirkt sich nicht nur positiv auf Ihr Team aus – auch die Bindung zu Ihrem Kunden wird optimiert.

3. Zusammenarbeit mit Kunden/Projektbetroffenen steht über Vertragsverhandlungen

Die Kundenanforderungen und -wünsche können sich während des Projektes verändern. Statt zu Beginn des Projektes starre Vertragsverhandlungen auszuarbeiten, wird der Kunde in der agilen Arbeitsweise während des gesamten Entwicklungsprozesses mit einbezogen. Diese Integration fördert den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens, da Zeit und Ressourcen effizient genutzt werden und das finale Produkt genau den Geschäftsanforderungen des Kunden entspricht.

Ebenfalls liegt der Fokus nicht mehr auf langfristig festgelegten Plänen.

4. Reaktion auf Änderungen steht über dem Verfolgen eines festgelegten Plans 

Im klassischen Projektmanagement werden vor dem Start des Projektes ausführliche Pläne entwickelt, an die sich das Team während des gesamten Projektes hält. Das agile Mindset bildet die Grundlage, um im Team schnell und flexibel ändernde Kundenanforderungen zu adaptieren und besser auf Fehler reagieren zu können, statt sich an strikte Pläne zu halten. Dies wird durch kleine, selbstorganisierte Teams und kurze Iterationen erreicht.

Zu betonen ist allerdings, dass die rechte Seite der obenstehenden vier Werte auch wichtig und relevant ist. Die Bedeutung der linken Seite hat jedoch in einer agilen Organisation einen höheren Stellenwert.

Being Agile vs. Doing Agile: Was lernen wir daraus?

Aus unserer langjährigen Projekterfahrung haben wir gelernt, dass es einen Unterschied zwischen „agil sein“ und „agil handeln“ gibt. Denn agiles Arbeiten wird erfolgreich mit dem agilen Mindset -nicht mit der Einführung von Techniken.

Wer lediglich agil handelt, wendet die Praktiken an, ohne das agile Mindset verinnerlicht zu haben. Das bedeutet, dass die agilen Methoden wie beschrieben ausgeführt und erfüllt werden, jedoch ohne die Etablierung einer agilen Unternehmenskultur. Dies führt dazu, dass ein eigenverantwortliches und transparentes Arbeiten behindert wird.

Agil zu sein bedeutet hingegen, im ersten Schritt das Mindset und die damit verbundenen Werte und Prinzipien zu verinnerlichen. Erst danach ist es möglich, die Praktiken effektiv und situationsgerecht anzuwenden.

Sie möchten mehr erfahren über das agile Mindset oder sind an einer agilen Transformation interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Titelbild: © SEVEN PRINCIPLES AG
GIF Rakete: © SEVEN PRINCIPLES AG
Foto 1: © bnenin – stock.adobe.com
Foto 2: © fizkes – stock.adobe.com

Quellenverzeichnis:

AGILE TRANSFORMATION – STARTEN SIE MIT UNS DURCH

„Agile Transformation“ – an diesen zwei Worten kommen Unternehmen heutzutage kaum vorbei. Branchenübergreifend erfordert die anhaltende Digitalisierung eine zunehmende Anpassungs- und Reaktionsfähigkeit von Unternehmen. Doch was bedeutet eigentlich „Agile Transformation“ und warum ist sie so wichtig?

Entwickler & Designer – Tipps für interdisziplinäre Zusammenarbeit

Innerhalb Softwareentwicklungsteams ist die Beziehung zwischen der Entwicklung und dem Design eine ganz besondere. Beide können nicht ohne einander funktionieren – die erfolgreiche Arbeit des anderen ist für ihr eigenes Werk essentiell. Arbeiten (UX/UI-)Designer und Programmierer eng zusammen, kann es so natürlich auch schnell zu Reibungen kommen, und das kann das gemeinsame Projekt gefährden. Das Zauberwort, um diese Probleme zu lösen, lautet interdisziplinäre Zusammenarbeit. Doch fangen wir erst mal von vorne an:

 

Ein Beispiel aus einem interdisziplinären Projekt, bedingt durch mangelnde Absprache:

Designer A ist stolz auf seinen kreativen Output und beharrt auf seinen gestalterischen Vorgaben, die er auch so im fertigen Produkt wiederfinden möchte. Entwickler B sieht in diesen Vorgaben allerdings zuerst einmal die mangelnde Umsetzbarkeit. Diese Beschränkungen wiederum waren Designer A nicht bekannt, und er meint, dass Entwickler B ihn davon hätte in Kenntnis setzen müssen. Entwickler B hingegen hält diese für selbstverständlich.

Wer im Endeffekt Recht hat, ist für das Projekt völlig irrelevant. Sicher ist nur, dass es einen Schaden davonträgt.

 

Diskrepanzen dieser Art kommen zwischen Developern und Designern leider recht häufig vor.

Aus diesem Grund widmet sich dieser Artikel einer Annäherung der zwei Disziplinen, um diese unwahrscheinlich wichtige Beziehung ein Stück weit zu verbessern.

 

Interdisziplinäre Kollaboration bei SEVEN PRINCIPLES

SEVEN PRINCIPLES arbeitet agil. Ein Kerngedanke dieses Arbeitsmodells: die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Bei 7P arbeiten wir mit vielen Kollegen aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen, die auch jederzeit bereit sind, mit ihrer Expertise einem anderen Kollegen zu helfen – sei es durch aktive Mitarbeit oder einfach durch einen Rat bei einem besonders schwerwiegenden Problem.

 

Bei der Softwareentwicklung kann das zum Beispiel so aussehen: Der Designer hat eine konzeptionelle Idee im Kopf und würde sie gerne testen. So sucht er sich zwei Entwickler innerhalb seines Projektteams und setzt sich mit ihnen ein paar Stunden zusammen, um einen benutzbaren Prototypen für seine Idee zu bauen. Wenn dieser dann die erhofften Ergebnisse bringt, ist das großartig. Wenn nicht, ist man zumindest um die Erkenntnis reicher, wie es nicht geht.

Eine gute Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch können auch regelmäßige, offene Fachgruppenmeetings sein. Man kann hier sein Problem einigen Kollegen vorstellen, die mit einem ganz anderen Auge draufschauen und möglicherweise Lösungsansätze finden, auf die man selbst gar nicht kommen würde.

 

Ein echtes Fachgruppenmeeting sieht natürlich weniger nach einem Stockfoto aus, doch kommt der interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr nahe.

 

Rollenverteilung im agilen Kontext

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist bei uns essentieller Bestandteil aller Projekte. Kommunikation, Kollaboration und Ideenaustausch sind allerdings auch immer eine Herausforderung, wenn unterschiedliche Disziplinen aufeinandertreffen.

 

Wie sehen die möglichen Probleme nun aus? Und vor allem: Wie kann man sie vermeiden?

 

Wollen Designer und Entwickler erfolgreich zusammenarbeiten, müssen sie sich entgegenkommen. Jedem Mitarbeiter muss daran gelegen sein, die Arbeit seines Kollegen so leicht wie möglich zu machen und nicht zu behindern. Eben so, wie man es sich andersherum auch wünschen würde.

Dabei ist die althergebrachte Aufteilung aus dem Wasserfallmodell „erstens Design, zweitens Entwicklung“ bei einer agilen, adaptiven Arbeitsweise nicht mehr sinnvoll. Zwar bedarf es häufig einiger früher Designentscheidungen, um die Entwicklung voranzutreiben, der Designer sollte zur Optimierung seiner Arbeit aber weiterhin ins fortlaufende Projekt involviert sein.

 

Ein möglicher Lösungsweg: Vor der Umsetzung startet der Designer mit der Erstellung einer generellen „Experience“ (Flowchart, Navigationsstruktur, etc.). Die detaillierte, pixelgenaue Designarbeit wird daraufhin immer einen Sprint vor der Implementierung durch den Entwickler erstellt. Es wird also immer das designt, was im nächsten Sprint entwickelt werden soll. So ist zum einen eine Struktur und zum anderen die langfristige Verfügbarkeit des Designers für das Projekt gewährleistet, falls nachträglich Änderungen vollzogen werden müssen.

 

Wie auch immer man bei der Zusammenarbeit nun vorgeht: Bei alldem ist jederzeit ein gemeinsamer Informationsstand zu gewährleisten. Wenn alle Teammitglieder auf dem gleichen Wissensstand sind, können sie am besten voneinander profitieren.

 

Spielregeln für eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit

Einer der ersten Fehler, die man in einem interdisziplinären Team machen kann, ist nicht früh genug zu kommunizieren.

Wer eng im Team zusammenarbeitet, muss einen gemeinsamen Weg finden. Deshalb sollte zu Beginn jedes Projekts eine Erwartungshaltung definiert werden. Strukturen und Prozesse sollten zudem aufeinander abgestimmt werden. Will man zum Beispiel inkrementell arbeiten oder fühlt man sich mit etwas mehr Vorarbeit wohler?

Des Weiteren sollte Klarheit über die Vorgehensweise beider Seiten herrschen und ein gemeinsamer Standard festgelegt werden.

  • Für welche Screengrößen braucht der Entwickler Designs?
  • Weiß der Designer, wie zum Beispiel Layout Constraints funktionieren?
  • Wurde über das Wording gesprochen?
  • Wie sieht es mit Margins, Paddings, Grids aus?
  • Wie sollen dynamische UI-Elemente agieren?
  • Wurde der Userflow von beiden Seiten durchdacht?

Wenn diese Dinge vorher geklärt wurden, spart man sich nachher viel Zeit und Mühe.

 

Einen großen Schritt in Richtung beiderseitigem Entgegenkommen kann der Designer mit einem einfachen Grundsatz machen: Genauigkeit. Bezüglich der User Experience heißt das beispielsweise, dass der Userflow lückenlos und ohne Sackgassen funktionieren sollte, um den Entwickler nicht mit offenen Fragen zurückzulassen. Beim User Interface Design ist damit die Pixelgenauigkeit gemeint, die Fehlinterpretationen bei der Implementierung so weit wie möglich einschränkt.

Regelmäßige „Pair Programming“-Sessions zwischen Programmierer und Designer können dabei letzte Zweifel beseitigen: Der Entwicklungsfortschritt wird regelmäßig gemeinsam begutachtet und eventuelle Designabweichungen werden direkt korrigiert. Dabei lernt man voneinander, und der Programmierer entwickelt so selbst ein Verständnis für Visualität und Gestaltung, während der Designer mit den Herausforderungen der Umsetzung konfrontiert wird.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit - Pair Programmer

Zwei erfahrene Pair Programmer.

 

Umgang mit Kritik

Ein essentieller Bestandteil für gute interdisziplinäre und agile Zusammenarbeit ist erfahrungsgemäß eine funktionierende Feedbackkultur. Gerade beim Thema Design kann sowohl eine falsche Abgabe als auch Annahme von Kritik zu erheblichen Irritationen führen.

So sollte man sich immer bewusst sein, dass Design von Nicht-Designern immer leicht zu kritisieren ist, weil es greifbarer als z.B. Code ist. Zu einem Interface kann grundsätzlich jeder sagen, ob es ihn anspricht oder nicht. Designkritik (so wie das Design selbst) ist in den meisten Fällen subjektiv. Als Designer muss man lernen, andere Meinungen zu akzeptieren und daraus keinen Frust entstehen zu lassen.

Als Entwickler hingegen sollte man versuchen, in seiner Ansprache sachlich und respektvoll aufzutreten und seine Meinung auch immer zu begründen. Aussagen wie „Ich mag die Farbe von dem Element nicht, keine Ahnung wieso“ bieten dem Designer keine konkreten Anhaltspunkte, um etwas zu verbessern.

Bei besonders hartnäckigen Debatten kann es außerdem helfen, die Teamkollegen hinzuziehen. Oftmals ist hier ein Kompromiss die sinnvollste Lösung.

 

Was kann man noch tun?

Einen grundsätzlichen Gedanken kann man bei allen aufgelisteten Punkten wiederfinden: Designer und Entwickler müssen versuchen, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen.

 

Zum Abschluss noch ein Tipp dazu: Generell kann jeder Designer in hohem Maße davon profitieren, wenn er (mit Hilfe eines Developers) einfach mal selber etwas programmiert, zum Beispiel eine Mobile App in Android Studio oder Xcode. Erst beim Selbermachen wird die Arbeitsweise von Entwicklern so richtig verstanden. Genauso kann der Entwickler einiges lernen, wenn er dem Designer beim Bauen eines Interfaces mit dem Grafiktool seiner Wahl über die Schulter schaut oder – noch viel besser – es selbst einmal versucht.

 

Die Möglichkeiten sind da, um Kenntnisse aus der anderen Disziplin zu erlangen. Also nutzen wir sie doch einfach auch!

Interdisziplinäre Zusammenarbeit - Am besten versetzt man sich in den Kollegen hinein

 

Kontakt

Wie sind Ihre Erfahrungen zu diesem Thema? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

Weitere Information zu unserem AMR Team finden Sie hier auf unserer Seite:
https://www.7p-group.com/leistungen/application-development-management/

Oder nehmen Sie direkt Kontakt zu unserem Team auf:
https://www.7p-group.com/kontakt-3/

 

Chancen und Herausforderungen agiler Vorgehensweisen

Wann agile Vorgehensweisen und leichtgewichtige Dokumente an ihre Grenzen kommen

Seit Jahren wächst der Hype um agile Vorgehensweisen, wobei sich der Hype in den vergangenen Jahren, zusammen mit den Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 exponentiell gesteigert hat. Fast täglich erscheinen neue Artikel, White-Paper, Management-Präsentationen oder gar ganze Bücher, die Agilität als eine Art Wunderwaffe predigen. Agile Vorgehensweisen sollen helfen, der stetig steigenden Komplexität und dem Bedarf einer immer kürzer werdenden Time-To-Market gerecht zu werden. Aber ist es tatsächlich der Fall, dass mit agilen Vorgehensweisen nun – mehr als 30 Jahre nach Brooks Aussage: „there is no silver bullet in software engineering“ – endlich ein Allheilmittel gefunden wurde, um Software mit besserer Qualität in kürzerer Zeit zu liefern?

[den vollständigen Artikel finden Sie im Objektspektrum Online-Themenspezial Requirements Engineering]